Slow Opening

©commons wikimedia/Adriaen Coorte (fl. 1683–1707)
Freitag, 12.06.2026
15.00 Uhr
ACHT
Uraufführung 2026 | ca. 25 Minuten
Komposition auf Einladung von Sprachspiel. Biennale West 2026
Eine kollektive Komposition inspiriert von H. C. Artmanns „Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes“
Komposition: Jakob Henneken, Marija Jociūte, Gabriel Neumaier, Jan-Eirik Olsen & Angélica Castelló
Leitung: Angélica Castelló
Ausgangspunkt
Für diese kollektive Arbeit steuert jede der fünf Komponist*innen acht Klänge bei.
Jeder dieser Klänge hat eine feste Dauer von 8×8 = 64 Sekunden.
Sowohl das Material als auch der kompositorische Prozess beziehen sich – direkt, indirekt, konkret oder frei assoziativ – auf Artmanns Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes.
So entsteht ein gemeinsamer Klangpool von 40 Audio-Elementen.
Ausschließlich dieses Material bildet die Grundlage der Komposition.
Kompositionsregeln
Die Reihenfolge der fünf Beteiligten wird zufällig bestimmt.
Die Arbeit entwickelt sich als fortlaufende Kette von fünf Abschnitten à 6 Minuten:
Person 1 komponiert die ersten 6 Minuten.
Dieser Abschnitt wird an Person 2 weitergegeben.
Person 2 komponiert darauf die nächsten 6 Minuten – als Fortsetzung des Vorangegangenen (oder bewusst nicht).
Person 2 schickt nur die eigenen 6 Minuten an Person 3.
Person 3 verfährt ebenso wie Person 2 …. Und so weiter.
Jede Person kennt ausschließlich die unmittelbar vorherig 6 Minuten – niemals das gesamte bis dahinentstandene Werk.
Erst nachdem alle fünf Teile abgeschlossen sind, wird die Gesamtkomposition gemeinsam angehört und in einem kollektiven Prozess final bearbeitet und zusammengeführt.
Kontinuität ist möglich.
Bruch ebenso.
Imitation, Verweigerung oder Überzeichnung sind denkbar.
In dieses Werk soll das individuelle kompositorische Handwerk jeder einzelnen Person hörbar bleiben – vielleicht im Sinne von Artmanns Idee von „Fleiß und Industrie“ (1967).
Zugleich soll jene künstlerische und poetische Empathie spürbar werden, die nur in einem kollektiven Prozess entstehen kann.
Zufall und Überraschung verleihen dem Ganzen seine besondere Würze