Screening

©HOPE ROAD
Sonntag, 14.06.2026
18.30 Uhr
HOPE ROAD
(DE 2025 | 12 min 30 sec)
Mit ihrem jüngsten Film HOPE ROAD verhandelt die Filmemacherin und Medienkünstlerin Susann Maria Hempel die eigene künstlerische Krise, die mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Krisen und Kriegen einhergeht. Mit dem Blick auf den Umgang mit Umwelt indigener Kulturen Südamerikas fragt die Künstlerin was wichtiger sei, künstlerische Arbeit oder Sorgearbeit für die kleine Tochter? Ausgehend von der persönlichen Situation ihrer Mutter und schließlich ihrer eigenen umkreist die Filmautorin einfühlend und mitfühlend zutiefst existentielle Fragen, fragt, wie sich auflösende Gewissheiten auswirken, welche Risse sich einstellen. Die filmische Erzählung brilliert und oszilliert zugleich, das Filmgut zeigt eine dystopische Landschaft. Was tun in dieser allgemein wie individuell irritierenden (Welt)situation? Susann Maria Hempels nachdrückliche Sprache mit dem besonderen Sound ihrer persönlichen Stimme, die die eindrückliche Bilderfolge verwüsteter Landstriche und zum Teil ästhetisch mittels Text-zu-Video-Generator erzeugten Filmsprache begleiten, lässt nicht los, unterstreicht vielmehr ihre dringlichen existenziellen Fragen. Keine Botschaft(en) sind daran geknüpft. Dem schildernden Fragen aufdrängenden Textfluss liegen auch der Roman Die Straße von Cormac McCarthy und Zitate des bekannten jüdisch-polnischen Pädagogen Janusz Korczak, eigentlich Henryk Goldszmit, zugrunde. Letzterer wurde 1942 in Treblinka von den Nazis ermordet. Und die kleine Tochter stellt eine eigene These auf. Es sei eine „indigene“, wie die Stimme sagt. Es ist eine berührende und tröstliche. (Ulrike Tauss)