Screening

©Nayi Kheti/New Harvest

©Nayi Kheti/New Harvest
Sonntag, 14.06.2026
13.00 – 14.00 Uhr
Nayi Kheti/New Harvest
(IND 2013 | 11 min)
Der Kurzfilm Nayi Kheti/New Harvest ist zwischen drei imaginären Gesprächen angesiedelt und wird von der Frage begleitet, wie ein Dokument nachlebt? In der Gedichtsammlung „After Lorca” (1957) schreibt der US-amerikanische Schriftsteller und Dichter Jack Spicer fast zwanzig Jahre nach seinem Tod an Garcia Lorca. Er spielt darin mit den Ideen von Urheberschaft und Wahrheit. Im Gegensatz zum Buch fordert dieser Film Lorca auf, zurückzuschreiben. In den fiktiven Gesprächen fragt er: „Was wolltest du mit dem Gedicht machen, nachdem es fertig war?“ Paul Henningson, dem die Erfindung der pH-Lampe zugeschrieben wird, spricht über den Wunsch der Wissenschaftler, den Rhythmus von Tag und Nacht umzukehren, und darüber, dass diesem Traum die Kreativität fehlt, weil auch die festgelegten Gesetze der Schöpfung in Frage gestellt werden müssten.
Gefangen zwischen Licht und Dunkelheit, ist es das Kino selbst bzw. das Bild des Kinos, das Paul in ihren jüngsten und frühesten Werken neu interpretiert. Dieses Bild wurde nun so stark zerkratzt, zerschnitten, geöffnet und neugestaltet, dass das, was jetzt existiert, nur noch eine Spur dessen ist, was wir als filmisch erkannt haben. In Nayi Kheti/New Harvest stellt sich Pallavi Paul Lorcas Antwort aus dem Jenseits vor und verbindet sie filmisch mit den Schriften des indischen Dichters und Aktivisten Ramashankar Yadav (auch bekannt als Vidrohi), dessen Werk hauptsächlich mündlich verbreitet wurde und sich aus einer weiteren Perspektive mit der Frage des (Post-)Dokuments auseinandersetzt. Die Gedichte von Vidrohi dienen zudem als Zeugen der metaphysischen, wissenschaftlichen und ästhetischen Auseinandersetzung.