Lesung

©Franz Josef Czernin
Freitag, 12.06.2026
20.00 Uhr
Verwandlungen nach Dante.
Kicks und Hits. Purgatorio, Canto XVI und Mise en Abyme. Inferno, Canto V
Zwei wesentliche Zitate des Autors Franz Josef Czernin seien seiner Lesung vorangestellt. Sie beziehen sich auf die langfristig angelegte Arbeit, die die Verwandlung der Canti der Divina Commedia von Dante Alighieri in Form epischer Dichtung zum Inhalt hat. Die Texte sind Ausdruck einer dialogischen Beziehung zu Dantes Commedia.
Der Begriff der Verwandlung, so wie er mir vorschwebt, ist, wie ich glaube, verallgemeinerbar und legt grundlegende Ideen zum Umgang mit literarischen, ja, mit gesellschaftlichen Traditionen überhaupt, nahe.
Was aber für den Umgang mit der Commedia gelten kann – also das einander Anverwandeln des Veränderlichen und des Unveränderlichen wie auch des Vergänglichen und Unvergänglichen und ihr wechselseitiges Verwandeln in ein Drittes, nämlich in ein Neues und Unbekanntes -, könnte das nicht auch für poetische Werke aus unterschiedlichen Zeitaltern gelten? Und könnte, ja sollte dieses Neue und Unbekannte nicht auch das Tertium Comparationis sein, durch das Werke aus unterschiedlichen Zeitaltern als Komponenten einer einzigen Poesie offenkundig werden können?
Aus: Franz Josef Czernin: Gute Unterhaltung, Herr Adorno! Glossen und Essays. Klagenfurt, Graz und Wien 2025.
Mehr unter:
https://www.youtube.com/@FranzJosefCzernin-FJZ
https://www.dante-zentrum.net/nachlese-1/franz-josef-czernin